Fußball bald nur noch für Reiche?

Erklärung von Profans München zur Eintrittskartenproblematik

In wenigen Tagen ist die bundesligafreie Zeit endlich wieder vorbei. Nach einer schier endlos lange erscheinenden Sommerpause rollt ab kommendem Wochenende wieder der Ball in Liga 1. Natürlich herrscht bei uns allen schon die Vorfreude auf die neue Saison. Endlich wieder in unserer Südkurve stehen und endlich wieder unsere Mannschaft in die Ferne folgen. Verbunden sind die zahlreichen Auswärtsfahrten vor allem mit unzähligen Erlebnissen, Spaß aber natürlich auch mit immensen Kosten. Klar durch die zahlreichen internationalen Auswärtsfahrten ist die finanzielle Belastungen für uns eh größer als für viele Fans anderer Bundesligisten. Doch einen nicht unerheblichen Teil machen auch die Eintrittspreise in Deutschland aus. Selbstverständlich ist es uns bewusst, dass wir für Spiele unseres Vereins Eintritt zu zahlen haben. Doch wie wir bereits vor einigen Monaten, nach dem Testspiel in Bamberg als die Karten 27 Euro gekostet hätten (bei einem Freundschaftsspiel), anmerkten, nimmt aus unserer Sicht die Preisentwicklung in Deutschland eine extrem gefährliche Entwicklung an. Leider haben wir Fans von Bayern München in diesem Punkt eine gewisse Ausnahmestellung, schließlich bereiten uns zwei Faktoren erhebliche Sorgen. Das wären zum einen die konstant steigenden Eintrittspreise bei Auswärtsspielen, welche bei fast allen Vereinen die letzten Jahre festzustellen war und somit auch die Fans der anderen Vereine betreffen. Und zum anderen wären da ein „Bayern-spezifisches“ Problem, dass jeder Heimverein meint, bei Spielen gegen unseren Verein noch mal einige Euro auf die Eintrittspreise draufschlagen zu müssen.

Interessehalber haben wir in der Sommerpause die Eintrittspreise unseres Vereins bei Auswärtsspielen mit den Eintrittspreisen eines anderen Bundesligisten (VfL Bochum) verglichen. Im Schnitt zahlten wir vergangene Saison für eine Auswärtspartie 14,71 Euro (der übliche Euro Vorverkaufsgebühr ist dabei noch nicht mit dazu gezählt) während im Gegensatz dazu VfL-Fans durchschnittlich 11,24 Euro zahlten. Somit entstehen uns in einer Saison Mehrkosten in Höhe von 3,47 Euro pro Spiel (macht über die ganze Saison gesehen 59 Euro). Im extremsten Fall, bei Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin, betrug der Unterschied 10 Euro. Das unser „Problem“ dabei unser Verein ist, wissen wir natürlich selbst. Nein, wir meinen nicht das die Schuld beim FC Bayern zu suchen ist, sondern dass jeder andere Verein das große Geschäft wittert, wenn die Bayern kommen und dann gerne mal paar Euro Topspielzuschlag verlangt. Schließlich sind 5 Euro bei ca. 40.000-50.000 Zuschauern doch 200.000-250.000 Euro Mehreinnahmen. Ist es vielleicht in einer gewissen Weise verständlich, dass die Vereine von den Stadiongängern profitieren wollen, die bei den restlichen 16 Heimspielen keinerlei Interesse haben und nur wegen dem Gegner FC Bayern kommen, so verstehen wir nicht, wieso wir als treue Fans darunter leiden sollen?! Wir folgen unseren Farben egal wohin, also warum sollen wir für Spiele unseres Vereins einen Topspielzuschlag zahlen?! Ein Lösungsansatz für dieses Problem wäre eine deutschlandweite Regelung, dass die Tickets im Gästebereich vom Topspielzuschlag ausgenommen werden und somit für alle Gästefans in derselben Stadt die gleichen Eintrittspreise gelten.

Aber wie weiter oben schon erwähnt, ist der „Bayern-Faktor“ nur einer von zwei Punkten. Denn auch die konstant steigenden Preise bei fast allen Bundesligisten sind extrem besorgniserregend. Im Schnitt stiegen die Preise bei Spielen des FC Bayern um mehrere Euro, bei einigen Extremfällen wie dem VfL Wolfsburg stiegen die Preise um 133% und das in nur 2 Jahren. Die Entwicklung läuft in eine gefährliche Richtung. Schon heute befinden wir uns auf einem Preisniveau, dass es sozialschwächeren Fans es unmöglich macht, sich den Eintrittspreis für jedes Spiel zu leisten. Und blicken wir zum Beispiel nach England: dort sehen wir wohin die Entwicklung führen kann. Ein Stadionbesuch ist dort für viele nicht mehr so einfach möglich, da die Preise mittlerweile eine Niveau erreicht haben, die sie in Deutschland niemals erreichen dürfen! In den steigenden Eintrittspreisen sehen wir nämlich nicht nur eine Gefahr für die aktiven Fans des FC Bayern sondern auch für alle anderen aktiven Fußballfans in Deutschland. Doch nicht nur die aktiven Fans leiden an den immensen Preissprüngen, auch für eine mehrköpfige Familie ist der Eintrittspreis für ein normales Bundesligaspiel kaum noch erschwinglich und wird es bei dieser Entwicklung in Zukunft erst recht nicht sein.

Es wäre nun endlich die Zeit gekommen, dem Preiswahnsinn Einhalt zu gebieten und sicherzustellen, dass der Besuch eines Fußballspiels noch für jeden möglich ist bzw. wieder für jeden möglich wird, bevor der Besuch eines Bundesligaspiele endgültig zum Luxus wird. Fangen wir an, uns gegen die übertriebenen Eintrittspreisen zu Wehr zu setzen. Holen wir uns das Spiel zurück – es gehört uns!

Profans München wird diese Saison die Kartenpreise bei Auswärtsspielen mit den Preisen der letzten Jahre vergleichen und auch schauen, was die Fans vom VfL Bochum zahlen mussten.

An diesem Wochenende spielt der FC Bayern gegen Hoffenheim. Im letzten Jahr haben wir dort 13 Euro gezahlt, die Fans vom VfL Bochum hingegen nur 11 Euro. Diese Saison müssen wir Bayernfans für den selben Block 17 Euro zahlen! Eine Preissteigerung von über 30 %!

Profans München

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