Spruchbänder beim Spiel FC Bayern – Werder Bremen

In der Südkurve zeigte die Schickeria München beim Spiel gegen Werder Bremen aus aktuellem Anlass zwei Spruchbänder zu fanpolitischen Themen:

“1 JAHR PYRO-KAMPAGNE – FAKTEN AKZEPTIEREN – CHANCEN NUTZEN – STATT STUR KRIMINALISIEREN”

Dass die Pyro-Kampagne in diesen Tagen ihr einjähriges Jubiläum feiert, erklärt sich von selbst. Unserer Meinung nach sind Verbände und ein Teil der Medien in Bezug auf die Kampagne derzeit leider auf dem Holzweg, da sie alle Gespräche abgebrochen haben und nur noch STUR kriminalisieren. Stattdessen sollten sie die Fakten akzeptieren. Derzeit finden trotz und/oder wegen des unverschämten Verhaltens des DFB so viele schöne und beeindruckende Pyro-Shows statt wie nie. Pyro in den Fanblöcken IST Fakt und lässt sich offensichtlich nicht einfach verbieten. Weiter ist Fakt, dass es konstruktive Gespräche und auch Abmachungen und Versprechen gab und eben nicht nur eine “Geisterdebatte” geführt wurde. Auch die eigens entwickelten Konzepte der Kampagne für eine Legalisierung von Pyro-Technik und einen regelkonformen Umgang gemäß der rechtlichen Vorgaben sind FAKTEN. Die CHANCEN eines konstruktiven und zielorientierten Dialogs über die Legalisierung von Pyro-Technik liegen in einem dadurch sichergestellten vernünftigen und ungefährlichen Umgang mit Pyro, der Stärkung von Selbstregulierung in den Fankurven und einem gegenseitigen Vertrauensgewinn zwischen Fans und Offiziellen im Sinne des gemeinsamen Interesses Fußball.


“DYNAMO WIRD BESTRAFT – FÜR EURE HETZKAMPAGNE – GEGEN DEN POKALAUSSCHLUSS”

Einiges, was von Fanseite aus beim Spiel Dortmund – Dresden passiert ist, scheint zumindest diskutabel zu sein. “Scheint”, weil es uns nicht möglich ist, uns ein abschließendes Bild von den Geschehnissen zu machen, da wir keine unabhängigen Informationen darüber bekommen können, was wirklich passiert ist. Denn die Berichte der sogenannten “Presse” zu den Vorkommnissen und die Statements sogenannter “Funktionäre” dazu sind alles andere als “unabhängig”. Sie sind parteiisch, da sie Teil der Hetzkampagne sind. Die Berichterstattung über das Spiel – für diese Einschätzung brauchen wir die eigenen Erfahrungen mit diesen Mechanismen nicht mal, der Schluss liegt so nah – hat offensichtlich mit Kalkül und maßlos übertrieben. Natürlich muss manches Fanverhalten hinterfragt werden. Zum Beispiel das Werfen von Pyro auf das Spielfeld und das Zünden von Böllern hat den Faninteressen einen Bärendienst erwiesen. Wir sind überzeugt davon, dass es in der Dresdner Fanszene genug Leute gibt, die das thematisieren. Den Schuh, dieser Selbstregulierung aus der Fanszene heraus einen großen Teil der Argumentationsgrundlage entzogen zu haben, muss sich aber der DFB anziehen. Mit seinem Umgang mit der Pyro-Kampagne hat er die Geschehnisse mit zu verantworten.

Darüber, dass der Ausschluss aus dem Pokalwettbewerb in gar keinem Verhältnis mehr steht, ein Akt der unzulässigen Sippenhaft und Kollektivbestrafung ist und jeglicher Verhältnismässigkeit spottet, brauchen wir uns hoffentlich mit keinem vernunftbegabten Menschen mit etwas Gerechtigkeitsempfinden unterhalten. Offensichtlich haben die Vorkommnisse, nein vielmehr die „Berichterstattung“ darüber und die Konsequenzen daraus gerade prima ins Bild gepasst um von den eigenen Fehlern abzulenken und sich aus der Ecke zu manövrieren, in die sich der DFB durch den Umgang mit der Pyro-Kampagne selber gestellt hat.

Die Dresdner Fans selber zeigten eine beeindruckende Reaktion, zu finden auf der Seite von Ultras Dynamo bei den Fotos vom Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (http://ultras-dynamo.de/ud2010/gallery/category/218).

Ein etwas älterer Artikel ist in dem Zusammenhang auch nochmal lesenswert:
www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale

Dieser Beitrag wurde unter Aktionen, Projekte, Pyrotechnik legalisieren veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.