…Überwachung von Fussballfans

Die Überwachung von Fußballfans an Spieltagen durch uniformierte oder verdeckte Polizei-Beamte findet in einem Ausmaß statt, der Fans stigmatisiert und sie einem Generalverdacht unterwirft. Der Fußball dient offensichtlich als Testfeld neuer Maßnahmen und Taktiken, die später auch auf andere gesellschaftliche Bereiche ausgeweitet werden. Diese Maßnahmen werden durch eine in der Gesellschaft vorhandene abstrakte, aber bewusst geschürte Angst gerechtfertigt. Wie auch in der Gesellschaft gibt es eine Vielzahl weiterer, über direkte polizeiliche Kontrolle hinausgehende Maßnahmen wie Videoüberwachung in den Stadien, den Innenstädten, an Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr, einen Trend zur Erfassung von Konsumverhalten mit Kunden- und Bezahlkarten, RFID-Chips in Eintrittskarten oder der faktischen Einführung personalisierter Eintrittskarten. Ziel ist eine Verknüpfung der verschiedenen Maßnahmen und damit eine totale, allumfassende Überwachung.

Setzt man sich mit dieser Thematik auseinander, bekommt man schnell die Antwort “Wer nichts macht, hat auch nichts zu befürchten” an den Kopf geknallt. Diese Argumentation verkennt aber die Totalitarität die hinter der Logik einer allumfassenden Überwachung steht. Sie opfert jegliche Freiheitsrechte zu Gunsten von absoluter Sicherheit. Absolute Sicherheit ist aber eine Utopie, der Verlust jeglicher Freiheit ist hingegen konkret. In der Süddeutschen Zeitung vom 01.12.11 wird über ein allumfassendes Überwachungssystem geschrieben, von dem auoritäre Herrscher nur träumen konnten und das selbst die schlimmsten Befürchtungen von “1984″ in den Schatten stellt, derzeit aber hier bei uns entwickelt wird. Dieses “Werkzeug für Diktatoren” (SZ) erfasst “abnormales Verhalten” im öffentlichen Raum (ganz egal ob Stadion oder Straße) und leitet eine umfassende Überwachung des “Verdächtigen” mit Kameras und Drohnen samt Abgleich der Identität (über große Dateien mit biometrischen Daten), der Freunde/Bekannten/Familie (über diverse Dateien und Einträgen in sozialen Netzwerken im Internet) und der (politischen) Überzeugungen (durch Abgleich von Foren- oder Blog-Einträgen im Internet und den vielen schönen Dateien). Was “abnormales Verhalten” ist, bestimmen die Programmierer. Derzeit wird an “Herumlungern”, “hektische Bewegungen”, “unerwartete Richtungswechsel” oder “länger im Stadion sitzen bleiben” gedacht. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Die Software kann verschiedenste Verhaltensmuster erkennen.

Den ganzen Artikel findet Ihr hier:
www.sueddeutsche.de/wissen/europaeische-ueberwachungstechnologie-werkzeug-fuer-diktatoren-1.1223440

Das ist “1984″, nur noch viel schlimmer. Aber wer nichts macht …

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