ProFans München zum Spiel in Berlin

Wo war die “Münchner Courage” am letzten Samstag?
Ist für den klinisch-sauberen Fußball jedes Mittel recht?

Rund um das Spiel des FC Bayern in Berlin vergangene Woche kam es zu zahlreichen gewalttätigen Übergriffen vor den Augen einer schweigenden Mehrheit. Zivilcourage? Fehlanzeige. Die Gewalttäter trugen Ordner-Jacken und Uniform. Vor dem Spiel waren von der Gewalt vor allem Bayernfans betroffen, die nach Meinung der Ordner alkoholisiert waren. Im Minutentakt konnte man am Gästeeingang beobachten, wie Bayernfans im festen Griff von zwei, drei Ordnern aus dem Stadion geschmissen und ihre Eintrittskarten zerrissen wurden. Nach dem Spiel wurden von den Sicherheitskräften vor allem Fans attackiert, die verdächtigt wurden, während der 90 Minuten der Begeisterung und der Leidenschaft für unseren Verein mit Pyro Ausdruck verliehen zu haben. Dabei entwickelten sich auf dem von den Massen auf dem Heimweg genutzten Stadionvorplatz regelrechte Hetzjagden. Einsatztrupps in Kampfmontur stürmten ohne Rücksicht auf Verluste durch die Fanmassen. Wer nicht schnell genug Beiseite war, hatte eben Pech gehabt. Jetzt kann man zu Pyro und Alkohol stehen wie man will. Es muss nicht unbedingt sein, vor den Spielen aus dem Bus zu torkeln und im Stadion nichts mehr auf die Reihe zu kriegen. Das ein oder andere Bier gehört aber für viele zum Stadionbesuch dazu. Und Pyro bringt schon seit Jahren und Jahrzehnten ein ganz bestimmtes, typisches Flair in die Fankurven, das unbestreitbar Teil der Faszination Fußball ist. Dieser Status-Quo soll mit buchstäblich ALLER GEWALT gebrochen werden. Unerwünschtes Verhalten, egal ob es “ein Bier zu viel” oder das Bengalo in der Hand ist, soll ausgemerzt werden. Vielleicht haben die beiden Themen auf den ersten Blick nicht allzuviel gemein, das Ziel hinter diesen Maßnahmen ist aber ein klinisch-sauberes Event ohne “Störungen” und Emotionen. Erreicht werden soll dies durch blanke Gewalt, wie wir sie am Samstag erlebt haben. Dass dieses gewissen- und rücksichtslose Verhalten gerade von denjenigen angeordnet wird, die sich gerne bei gegebener Gelegenheit an der Spitze des “Volkszorns” inszenieren, ist nichts als pure Heuchelei. Wo bleibt der „Aufstand der Anständigen“? Wo bleibt die Zivilcourage, wenn Gewalttäter in Uniform samstäglich zuschlagen?

Wir wollen Euch aber auch ausdrücklich davor warnen, Euch durch unüberlegtes, wenn auch nachvollziehbares Verhalten, selber den Mühlen der Repression auszusetzen. Ihr könnt aber auch schon Zivilcourage zeigen, wenn Ihr nicht wegschaut und weitergeht sondern stehen bleibt und nachfragt, was das soll oder Euch nach den Dienstnummern der Beamten erkundigt. Die Antworten, die man darauf in der Regel erhält, sprechen für sich.

HINSCHAUEN, ZIVILCOURAGE ZEIGEN! AUCH BEI POLIZEI-GEWALT UND ORDNER-WILLKÜR!
ProFans München

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