Skandalös ist, was man draus macht

ProFans erschrocken über Medienhysterie und populistische Forderungen hinsichtlich des Relegationsspiels Düsseldorf-Hertha BSC

Hamburg, 31. Mai 2012 – Mit Erschrecken haben die in der Fanorganisation ProFans zusammengeschlossenen Gruppen die mediale Diskussion zu den Geschehnissen während des Relegationsspieles zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC zur Kenntnis genommen. Sich in Superlativen ergehend wurde selbst in sonst seriösen Medien beispielsweise von einem „Skandalspiel“ berichtet, von „Chaos“ gar und „Tumulten“. (weiterlesen …)

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Der „goldene Weg“?

Am vergangenen Freitag hat der FC Bayern die Informationen für das anstehende Europacup-Spiel in Basel veröffentlicht. Darin heißt es: „Sollte es im Gästeblock zum Einsatz von Pyrotechnik kommen, behält sich der FC Bayern vor, im Hinblick auf zukünftige Auswärtsspiele im Rahmen der UEFA-Champions-League entsprechende Konsequenzen zu ziehen.“ So gibt es beim FC Bayern auch Pläne in der Schublade, für das – ein Weiterkommen gegen Basel vorausgesetzt – folgende Europapokal-Auswärtsspiel auf das dem Gastverein zustehende Kartenkontingent zu verzichten und keine Karten an Bayernfans zu verkaufen. Eine solche Maßnahme des vorauseilenden Gehorsams würde die durch die UEFA-Disziplinar-Kommission möglicherweise verhängten Strafen weit übertreffen. Sie würde die vielen treuen Fans hart treffen, die ihrem Verein sogar bis in die entferntesten Städte Europas hinterher reisen. Fakt ist, dass die UEFA von ihr selbst definiertes unerwünschtes Fanverhalten mit Strafen belegt. Im Falle von Pyrotechnik sind das meist Geldbeträge, die für den FC Bayern wirtschaftlich gesehen keine Rolle spielen. Fakt ist aber auch, dass Pyrotechnik seit Jahrzehnten europaweit, ja sogar weltweit Teil von Fankultur und Fußball-Atmosphäre ist. Nicht umsonst gefällt es auch einem Uli Hoeneß bei besonderen Anlässen im Stadion in München Feuerwerk zu zünden. (weiterlesen …)

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Stellungnahme zur Pyrotechnik-Umfrage: Verwunderung über das Vorgehen von DFB und DFL

Hamburg, 12.01.2012. Mit großer Verwunderung hat ProFans den Schritt seitens des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Fußball Liga zur Kenntnis genommen, wenige Tage vor dem Fankongress in Berlin die Ergebnisse einer durch tns-infratest durchgeführten, repräsentativen Umfrage zum Abbrennen von Pyrotechnik zu veröffentlichen. Mit den gewonnenen Ergebnissen sehen DFB und DFL die vor kurzem eingenommene, ablehnende Position einer Legalisierung von Pyrotechnik untermauert.

Bei Betrachtung der zugrunde liegenden, in unseren Augen suggestiven, Fragestellungen der Studie ist das Ergebnis für die bei ProFans beteiligten Gruppen wenig verwunderlich. Durch Äußerungen wie „Pyrotechnik im Stadion ist gefährlich“ wird für die Befragten bereits in der Fragestellung ein negatives Bild von Pyrotechnik gezeichnet. Ein Hinweis auf die Bestrebungen zur Legalisierung von Pyrotechnik mit ihren Kernaussagen findet hingegen nicht statt. (weiterlesen …)

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Offener Brief der Pyrotechnik-Kampagne an den DFB

Nach dem Abbruch der Gespräche um eine Legalisierung von Pyrotechnik durch den DFB wendet sich die Kampagne “Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren” in einem offenen Brief an die DFB-Führung. Außerdem veröffentlichten die Macher Teile des DFB-Rechtsgutachtens. (weiterlesen …)

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Spruchbänder beim Spiel FC Bayern – Werder Bremen

In der Südkurve zeigte die Schickeria München beim Spiel gegen Werder Bremen aus aktuellem Anlass zwei Spruchbänder zu fanpolitischen Themen:

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Stellungnahme der Kampagne “Pyrotechnik legalisieren”

Die Entwicklungen der letzten Wochen bereiten uns große Sorgen. War es der Kampagne und den Vertretern der Verbände noch im Frühjahr gelungen, offensichtlich konstruktiv gemeinsam am Tisch zu sitzen, hat sich die Verbands-Seite weiter denn je von diesem Tisch entfernt.

Die aktuelle Veröffentlichung des DFB verwundert wenig, ebenso der Wortlaut des vom DFB in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten. Aber: Die Schärfe und die neuerliche Hetzjagd auf Fussballfans sind erschreckend. Desweiteren registrieren wir erstaunt Formulierungen wie “Geister-Debatten”. Worüber, wenn nicht über den legalen und verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik, wurde in drei Treffen in der DFB-Zentrale jeweils mehrere Stunden hinweg gesprochen? Verleugnet die Verbands-Seite jetzt nicht nur die Absprachen untereinandern, sondern sogar die Gespräche? (weiterlesen …)

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BAG kritisiert Gewalt-Diskussion

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) hat in einer Presseerklärung die Diskussion über zunehmende Gewalt in Fußballstadien kritisiert. Unter anderen bemängeln sie die ihrer Ansicht nach zu häufige Gleichsetzung von Pyrotechnik und Gewalt.

Aktuelle Presseerklärung der BAG:

Mit Besorgnis beobachtet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) die derzeitige Mediendebatte um eine angebliche Ausuferung der Gewalt bei und im Umfeld von Fußballspielen. Durch die enge Arbeit mit jungen Fußballfans und den direkten Kontakt in die lokalen Fanszenen ist es den Mitarbeitern/innen der Fanprojekte möglich, aktuelle Entwicklungen und Stimmungen zu registrieren und darauf angemessen zu reagieren.

Die BAG verfolgt mit Sorge die momentan ausufernde Diskussion über die angebliche Gewaltzunahme im Rahmen von Fußballspielen. Vertreter von DFB und DFL, aus Politik und Gesellschaft und die Polizei erwecken in ihren Ausführungen den Eindruck, dass der Besuch eines Fußballspiels zwangsläufig mit einer Gefährdung der eigenen Gesundheit und der Unversehrtheit des eigenen Leibes verbunden ist. Die aktuelle Berichterstattung in den Medien führt zu einer Hysterie und geht völlig am Ziel einer sachgerechten und objektiven Auseinandersetzung mit dem Thema der Gewalt beim Fußball vorbei. In der öffentlichen Wahrnehmung wird ein Bild verfestigt, das nicht den Tatsachen entspricht und in dem bspw. die Verwendung von Pyrotechnik pauschal mit „Gewalt“ und „Randale“ gleichgesetzt wird, und die Ultra-Gruppierungen als alleinige Verantwortliche für die aktuelle Lage dargestellt werden. Durch eine solche Sippenhaft einzelner Gruppen sowie die undifferenzierte Berichterstattung, die in weiten Teilen populistische Züge angenommen hat, kommt man dem Ziel der Verringerung der Gewalt beim Fußball keinen Schritt näher. Vielmehr steigt die Gefahr, dass durch die Darstellung falscher Tatsachen und die Panikmache in vielen Presseberichten, die Gewalt im Umfeld des Fußballs noch weiter ansteigt und sich die Fronten weiter verhärten.

Die BAG fordert bei der derzeitigen Diskussion eine Rückkehr zu einer sachlichen und objektiven Berichterstattung und Debatte. Es sollte sich an sachliche Argumente und an Fakten gehalten werden. Dramatisierungen und Hysterie führen nicht zum Ziel, eher wirken sie sich kontraproduktiv aus. Unabdingbare Voraussetzung aus Sicht der BAG ist, dass es (weiterhin) einen Dialog mit den (betroffenen) Fußballfans/Ultras gibt. Nur durch den offenen und ehrlichen Austausch mit dieser Gruppe ist es möglich, aktuelle Meinungen und Entwicklungen aus den Fankurven zu registrieren und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln, die zielführend und nachhaltig scheinen. Hierzu gehören Verband und Liga mit den Fans/Ultras und deren Organisationen an einen gemeinsamen Tisch. Die Fanprojekte werden diesen Dialog gern auf den Weg bringen, moderieren und begleiten. Nach Ansicht der BAG ist nur über den Weg der Kommunikation und des Dialogs das Ziel zu erreichen, hinter dem alle Fußballfans stehen/stehen sollten: Weniger Gewalt beim Fußball.

i.A. Matthias Stein
BAG Sprecher

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ProFans unterstützt die Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“

Anfang Dezember 2010 haben sich mehr als 50 Ultra-Gruppierungen von über 40 Vereinen gemeinsam zur Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ zusammengeschlossen, um sich für einen legalen und verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik einzusetzen.

http://www.pyrotechnik-legalisieren.de

Da sich die Situation im Umgang mit Pyrotechnik in den letzten Jahren zusehends verhärtete, sieht „ProFans“ die Kampagne als Chance, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen und konsensorientiert Lösungen zu erarbeiten. Vor allem muss aus dem Teufelskreislauf von Strafen der Verbände, medialem Druck auf die Vereine und fehlender Nachvollziehbarkeit bei den Fans ausgebrochen werden. Dabei geht es vor allem darum, das weit verbreitete Bild differenzierter zu betrachten und Pyrotechnik nicht mit Randale gleichzusetzen, weshalb es unablässig ist, die Thematik aus dem Schatten der Kriminalität zu holen. Die Distanzierung von Böllern, Raketen und dem Werfen dieser stellt dabei einen unverzichtbaren Teil dar, die Kampagne auf seriöse und glaubwürdige Beine zu stellen.

In der zweiten Januar-Woche wurde dazu seitens der Kampagne ein unterstützenswertes Konzept an die Verantwortlichen des DFB übergeben, mit dem Ziel, dieses als Grundlage für nun folgende Gespräche zu nutzen. „ProFans“ fordert einen fairen und konstruktiven Dialog zwischen den Kampagnenvertretern und dem DFB. Da die “AG Fandialog” seitens der großen Fanorganisationen nach und nach als immer weniger konstruktiv bewertet wurde, zogen sich „ProFans“, „BAFF“, „F_in“ und „Unsere Kurve“ im August 2010 folgerichtig aus dieser “AG” zurück. Die genannte Kampagne stellt nun den Versuch dar, die Gespräche zwischen Verbänden und Fans neu zu initiieren. Die Fan-/Ultraszenen sind nicht nur bereit Eigenverantwortung zu übernehmen. Vielmehr gehen sie mit ihrem Konzept einen Schritt auf die Verbände zu. Der DFB ist nun gefordert zu zeigen, dass Fanbelange für ihn tatsächlich von Intresse sind.

„ProFans“ sieht sich als Teil der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ und wird diese bestmöglich unterstützen. Strafen, mediale Ächtung und Repressionen gehen alle Fußballfans etwas an, weshalb „ProFans“ auf eine breite Unterstützung und Solidarisierung seitens vieler Institutionen und Fans hofft.

ProFans Februar 2011

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